Peter Gach

Zweifellos, der Zweifel, der ist los  
   
Zweifellos, der Zweifel, der ist los.
Mit Eifer nagt das Selbst an seinem Wert. Selbstentwertung.
Der Zweifel nagt. Im Zweifel für den Angenagten.
Lebenslänglich. Zweifeln. Schweres, verschärftes Grübeln.
Wo nur ist mein Selbstwert geblieben? Schwerer Mut. Schwermut.
   
          Was kann ich?
          Wer will das wissen?
          Die Frage steht im Raum.
          Gespenstisch im Raum.
 
   
Erfolg raus, Grübeln rein.
Was kann ich? Was habe ich denn nicht so alles vollbracht?
Gelungen. Das war gestern. Alles, was gelungen ist, war gestern.
Perfekt. Gestern war perfekt. Und heute?
Wo nur ist mein Mut geblieben? Schwerer Mut. Schwermut.
   
          Was habe ich?
          Wer will das wissen?
          Die Frage steht im Raum.
          Gespenstisch im Raum.
 
   
Leeres Konto. Leere Taschen.
Was habe ich? Ein Leben unterhalb der Armutsgrenze.
Arbeit war gestern. Arbeit und Wohlstand? War das nicht gestern?
Manchmal erinnere ich mich noch an bessere Zeiten.
Wo nur ist mein Wohlstand geblieben? Schwerer Mut. Schwermut.
   
          Was bin ich?
          Wer will das wissen?
          Die Frage steht im Raum.
          Gespenstisch im Raum.
 
   
Die schwierigste aller Fragen:
Was bin ich? Ein Mensch, allein mit seinen Depressionen.
Ja, doch, es gibt gute Zeiten. Nur sind sie endlich.
Endlich Hilfe. Endliche Hilfe. Endlich leide ich an endlicher Hilfe.
Wo nur ist meine Lebenslust geblieben? Schwerer Mut. Schwermut.
   
*
*      *
 
   
Anmerkung: Das Gedicht wurde eigens geschrieben für den Wettbewerb >>fast forWORT>> "Schreiben gegen die Depression" von "Die Welt der Depression"  
   
Zeitstimmen der Gegenwart. Zeitung von ida.wien-TeilnehmerInnen für InteressentInnen.
5. Ausgabe / Dezember 2004, S. 5
, 652 KB
   
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